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Übungsnotizen

Die Formregulierung der Zwölf Methoden: Haltung geht den runden Weg, Symmetrie und Abstimmung

Auch ein Heben geht im Bogen. Der Spruch sagt: die Bewegung sei rund, ohne Dellen.

Dieser Text ist aus bereits veröffentlichten Darlegungen zusammengestellt. Er zitiert alte chinesische Schriften, fremde Worte oder wissenschaftliche Erörterungen und ist als kulturelle Lektüre über die überlieferte Pflege des Lebens gedacht. Aussagen über den Körper und über das, was die Übung vermag, gehören den angeführten Quellen oder dem ursprünglichen Sprecher. Sie sind kein medizinisches Versprechen und kein klinischer Rat der Betreiber dieser Website.

Daoyin Yangsheng Gong wurde von Zhang Guangde der Beijing Sport University allein geschaffen. Es nimmt die Organ- und Meridianlehre sowie die qi-Blut-Theorie der chinesischen Medizin zur Leitung, stellt Daoyin und Pflege des Lebens, Leibesübung und geistige Bildung zusammen, sucht schöne, fließende Bewegungen und zielt auf Selbstkultivierung, Vertreiben von Krankheit und Stärken des Leibes sowie Verlängerung des Lebens. Zhang Guangde ist Hu Xiaofeis Lehrer und der, der Hu Xiaofei auf den Weg des Daoyin Yangsheng geführt hat.

Der Originaltext ist der zweite Aufsatz zu den «Besonderheiten der Formregulierung» und handelt eigens von «Haltung geht den runden Weg, Symmetrie und Abstimmung». Der erste Aufsatz ist in diesen Manuskripten nicht enthalten.

Hu Xiaofei hat in der Schulung der Zwölf Methoden auch ein verwandtes Bild genannt: Der Wind ist der Träger des qi. Wer den Wind spürt, spürt das qi und fühlt sich im qi. Die Weide, die dem Wind nicht folgt, spürt den Wind nicht und droht jederzeit zu brechen. Beim Menschen ebenso. «Bewegt wie Weide im Wind» in der Übung meint dieses Mitgehen, nicht das harte Widerstehen.

Zwei Begriffe

Haltung geht den runden Weg: Haltung und Bewegungsbahn in der Übung sollen Bogen haben und periodisch kreisen, Ecken und Starrheit meiden. Das Faustsprichwort sagt: «Die Haltung soll rund sein, ohne Einbuchtung und Vorsprung.»

Symmetrie und Abstimmung: Auf der Grundlage der Taille als Achse folgen Oben und Unten einander, links und rechts sind symmetrisch, vorn und hinten verschmelzen, Hart und Sanft helfen einander.

In gewissem Sinn sind Symmetrie und Abstimmung Norm und Ziel des Übens; Haltung geht den runden Weg ist der Träger dorthin und der vom Original genannte Weg des «Übens, um den Weg zu suchen».

Jede Bewegung der Zwölf Methoden bildet Kreise oder Bögen verschiedener Größe; Handtechnik, Fußtechnik und Körpertechnik zeigen Glied um Glied durchdringen, Oben und Unten folgen einander, kreisen und wiederkehren, ohne Anfang und Ende hin und her. Wie der Seidenwurm den Faden spinnt, ununterbrochen; wie Wolken und fließendes Wasser, rund und ohne Zwischenraum.

Zweite Form Doppelter Fisch hängt am Pavillon

Liedformel:

Rechte Hand fühlt den Puls, linker Ding-Stand,

Schritt setzen, Handfläche schwingen, vor die Brust holen,

Linker Fuß schließen, eine Handfläche stemmen,

Yin-Yang-Doppelter Fisch, goldener Arm hängt.

Vom Pulsfühlen im Ding-Stand über das bogenförmige Schwingen der Handfläche beim Setzen des Schrittes, das Winden des Handgelenks und Zurückholen vor die Brust, dann Schließen der Füße und Aufrichten, beide Handflächen nach oben stützen und nach unten drücken — das bildet ein hängendes Yin-Yang-Taiji-Bild. Verlauf und Endhaltung sind Kreis oder Bogen und symmetrisch. Das Original sagt, das zeige «Gleichgewicht von Yin und Yang» und auch «das Herz hat Taiji».

Neunte Form Wildgänse landen auf dem flachen Sand

Liedformel:

Flügel ausbreiten, Kreuzschritt wie die Gans fliegt,

Gans landet auf flachem Sand, Handfläche seitlich stößt,

Aufrichten, Nacken folgen lassen, Schultern und Ellbogen senken,

Wurzel winden, Handfläche stoßen, Lenden und Rücken strecken.

Baihui (Anmerkung der Übersetzung: ein Punkt am Scheitel) soll leer führen, Lenden lösen und Gesäß einholen. Scheitel (Kopf), Boden (Weilu) und Mitte (Mingmen (Anmerkung der Übersetzung: ein Punkt im unteren Rücken, unter dem zweiten Lendenwirbel)) auf einer Linie — senkrecht oder schräg, doch mittig. Einholen und Stoßen beider Handflächen sollen auf derselben Achse bogenförmig gehen, wie Ebbe und Flut, wellenförmig. Links und rechts schief, hoch und niedrig, vorn und hinten ungleich meiden; erst recht das Geradeaus.

Sobald das Stoßen bogenförmig ist, bleibt Yin, das Yang birgt, und Yang, das Yin birgt — das heißt, die Augen der Yin-Yang-Fische zu machen. Rundheit ist Yin und Yang.

Warum rund

Im Kosmos bestehen und entwickeln sich viele Dinge makroskopisch und mikroskopisch in runder Form. Darum wird Haltung geht den runden Weg als dem Himmelsweg gemäß dargestellt.

Der Himmelsweg ist rund

Sonne und Mond schieben einander, Kälte und Hitze schieben einander. Der Text nimmt diesen Kreis, um zu sagen, dass die Bewegung des Himmels eine Periode hat.
  1. Makroskopisch besteht das Universum selbst in runder Form. Galaxien und Gestirne bewegen sich nach eigener Regel in kreisenden Umläufen.
  2. Mikroskopisch kreisen, verbinden und entwickeln sich Zellen, Atome und Elektronen in wiederkehrender Kreisform.
  3. Die Erde ist rund. Eigenrotation und Umlauf um die Sonne sind rund. Der Kreislauf der Jahreszeiten, Vollmond und Neumond haben die Züge von Rundheit und Kreisbewegung.
  4. Die Natur ist rund. Das Yi · Xici: «Geht die Sonne, kommt der Mond; geht der Mond, kommt die Sonne; Sonne und Mond stoßen einander und das Licht entsteht; geht die Hitze, kommt die Kälte; geht die Kälte, kommt die Hitze; Hitze und Kälte stoßen einander und das Jahr wird.» Die Bewegung der Himmelskörper hat Perioden. Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die vierundzwanzig Jahresabschnitte, Ebbe und Flut sind ebenfalls regelmäßige Perioden.

Rundheit passt zum Leben

Der Text nimmt die Doppelhelix der DNA als ein Beispiel: der Kern des Lebens besteht oft als Kreis oder Spirale.
  1. Die Entwicklung des Lebens ist Kreislauf. Mensch und Tier folgen Werden, Wachsen, Blühen, Altern, Ende; Pflanzen folgen Werden, Wachsen, Üppigkeit, Welken, Tod. Die Gestalt der meisten Tiere und Pflanzen zeigt auch irgendeinen Bogen oder wiederkehrenden Wandel.
  2. Der Kern des Lebens besteht oft als Kreis oder Spirale, wie die Kohlenstoffkette und die Doppelhelix der DNA.
  3. Das Auf und Ab des qi der Organe ist rund. Milz und Magen in der Mitte, Herz und Niere oben und unten, Leber und Lunge links und rechts bilden einen Kreis: Mit der mittleren Erde als Achse lässt das eine Yang inmitten der zwei Yin des Kan-Trigramms (☵) Leber und Milz warm aufsteigen; das eine Yin inmitten der zwei Yang des Li-Trigramms (☲) empfängt die Hilfe des Kan-Wassers und lässt Herz und Lunge kühl sinken. So links aufsteigen und rechts sinken, Wasser steigen und Feuer sinken, Kan und Li im Frieden, Wasser und Feuer helfen einander, Herz und Niere begegnen sich.
  4. Der Lauf der Meridiane ist rund, oder bogenförmig. Das qi und Blut der zwölf Meridiane beginnt am Hand-Taiyin-Lungenmeridian, gelangt der Reihe nach zum Fuß-Jueyin-Lebermeridian und kehrt zum Hand-Taiyin-Lungenmeridian zurück, Anfang und Ende verbunden, wie ein Ring ohne Ende. Die vierzehn Meridiane samt Ren und Du: vom Hand-Taiyin-Lungenmeridian der Reihe nach zum Fuß-Jueyin-Lebermeridian, zur Stirn und zum Scheitel, in den Du Mai, über Nacken, Wirbelsäule, Kreuzbein und Geschlechtsteile in den Ren Mai, in den Bauch und zurück zum Hand-Taiyin-Lungenmeridian. Yin und Yang folgen einander, kreisen und kehren wieder.

Rundheit passt auch zur natürlichen Umwelt

Ein Fluss läuft nicht gerade. Der Text sagt, ein gekrümmter Fluss bewässere beide Ufer besser und begegne Flut und Dürre besser.

Berge, Seen, Wüsten und Flüsse bestehen oft in runder oder gekrümmter Form. Flüsse winden sich besonders, darum Namen wie «neun Krümmungen und achtzehn Biegungen»; Oberlauf des Gelben Flusses, Wuyi-Berge, Zhangjiajie und Mohe haben Landschaften dieses Namens. Der gekrümmte Fluss bewässert die Ufer besser und wehrt auch Hochwasser und Dürre besser ab.

Was Rundheit im Üben tut

Kreisen von Ellbogen, Handgelenk und Fingern regt die fünf Transportpunkte der drei Yin und drei Yang der Hand an.
Greifen, Schwingen, Haken und Drehen des Knöchels regt Brunnen- und Quellpunkte der drei Yin und drei Yang des Fußes an.
Eine weite Drehung des Nackens regt Dazhui (Anmerkung der Übersetzung: ein Punkt knapp unter dem siebten Halswirbel) an. Der Text nennt: Qi mehren und Yang öffnen, die Lunge zerstreuen und Keuchen beruhigen, Hitze senken und Malaria stillen, den Geist sammeln und Schleim wandeln.
  1. Den Gedanken des Yin-Yang-Gleichgewichts bilden. Die chinesische Philosophie sagt: «Das Umgekehrte ist die Bewegung des Weges.» Geht etwas zum Äußersten, wendet es sich zum Gegenteil. Ein Kern der chinesischen Kultur ist Mitte und Harmonie, Yin eben und Yang geborgen, Yin und Yang verschmolzen. Der Konfuzianismus spricht von der Mitte, Daoismus und Buddhismus von Mittelweg und mittlerer Sicht; der Konfuzianismus von Güte und Harmonie, der Daoismus von Sanftheit und Harmonie, der Buddhismus von runder Harmonie, die chinesische Medizin von Ordnen zur Mitte. Im Üben Symmetrie und Gleichgewicht betonen und durch wiederholtes Gehen im Kreis das Yin-Yang-Gleichgewicht zur Gewohnheit im Leib machen, Yin und Yang erkennen, folgen und ordnen lernen und ins Leben nehmen — Himmel und Mensch, Ich und Anderer, Leib und Geist als drei Einheiten.
  2. Himmelsweg und Yin-Yang-Mitte erfahren. Nur Kreis oder Bogen enthält Yin, das Yang birgt, und Yang, das Yin birgt. Diese Kreise verschiedener Größe in den Zwölf Methoden entsprechen den runden Wegen der Körperteile und den runden Wegen verschiedener Größe im Kosmos. Beim Wildgänse landen auf dem flachen Sand gehört das Stoßen der Handfläche dem Yang, das Einholen dem Yin. Beim äußeren Stoßen nach unten, nach außen und wieder nach oben bogenförmig seitlich stoßen: Zuerst das Handgelenk lösen, zuletzt die Handfläche aufrichten und setzen — so entsteht das gegenseitige Berge von Yin und Yang, günstig für den Umlauf von qi und Blut. Das Original meint, die Übung steige und sinke dadurch mit dem qi der Organe, zeige die Einheit von Himmel und Mensch und habe gewisse Wirkung auf Stärken des Leibes, Vorbeugung von Krankheit und Verlängerung des Lebens.
  3. Mittige Ruhe, Sanftheit und Gleichmäßigkeit fördern. Rundheit zeigt sich als Abstimmung, Sanftheit, Harmonie und Stille und hilft, die Glieder zu öffnen und die Haltung zu steuern.
  4. Meridiane durchgängig machen, qi und Blut fördern. Weites Drehen der Arme kann das Drehmoment vergrößern und den Druck auf die Arme mehren; Kreisen von Ellbogen, Handgelenk und Finger sowie Winden der Handgelenke können die fünf Shu-Punkte der drei Yin und drei Yang der Hand reizen; das Original sagt, das stärke Herz und Lunge. Greifen, Schwingen, Einhaken, Drehen und Wenden der Knöchel können Yuan-Punkte und Jing-Brunnenpunkte der drei Yin und drei Yang des Fußes reizen (bei Yin-Meridianen steht der Shu-Bachpunkt für den Yuan-Punkt) und Leber-, Milz- und Nierenmeridian durchgängig machen. Kreisen und weites Drehen des Nackens können Dazhui am hinteren Nacken reizen; das Original nennt: qi mehren und Yang durchgängig machen, Lunge öffnen und Asthma stillen, Hitze senken und Malaria stillen, Geist sammeln und Schleim lösen. Drehen der Lenden kann Ren und Du durchgängig machen, Verwachsungen lindern und die Funktion des vegetativen Nervensystems verbessern. Haltung geht den runden Weg hilft auch der Gelenkbeweglichkeit und der Stärke von Muskel, Knochen und Bändern.
  5. Verletzung und Zwischenfälle mindern. Weil sie der Mitte entspricht, der Stil sanft und rund ist und Bögen des Dehnens, Drehens und Kreisens nutzt, kann sie die Beweglichkeit verbessern, den Gelenkspielraum vergrößern, Elastizität und Dehnbarkeit von Muskel und Bändern mehren und die Zähigkeit mindern. Das Original meint, so könne man Verletzungen von Muskel, Knochen, Bändern und Knorpel durch gerades Schwingen und hartes Dehnen vermeiden und auch Zwischenfällen von Herz und Hirngefäßen vorbeugen.

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