
Dieser Text ist aus bereits veröffentlichten Darlegungen zusammengestellt. Er zitiert alte chinesische Schriften, fremde Worte oder wissenschaftliche Erörterungen und ist als kulturelle Lektüre über die überlieferte Pflege des Lebens gedacht. Aussagen über den Körper und über das, was die Übung vermag, gehören den angeführten Quellen oder dem ursprünglichen Sprecher. Sie sind kein medizinisches Versprechen und kein klinischer Rat der Betreiber dieser Website.
Hu Xiaofei. Er hat das Yangsheng Zhuji Gong zusammen mit Zhang Guangde zusammengestellt.
Nicht nur das Kurze, Flache, Rasche suchen
Das Shangshu nennt fünf Glücksgüter: «Erstens langes Leben, zweitens Reichtum, drittens Wohlergehen und Ruhe, viertens die Liebe zur Tugend, fünftens ein gutes Lebensende.» Gesundheit ist darunter wichtig; langes Leben steht an erster Stelle. Der daoistische Laozi nimmt «langes Leben und dauernden Blick» als höchstes Ziel der Pflege und Übung. Joseph Needham sagte einst, der Daoismus habe den Gedanken der Unsterblichkeit — in anderen Ländern gebe es das nicht. «Unsterblichkeit» meint hier: das zugemessene Alter ausschöpfen, das himmlische Maß genießen.
Hu Xiaofei schreibt, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Diabetes, Krebs, Nervenschwäche und andere Krankheiten der modernen Zivilisation steigen in Erkrankungs- und Sterblichkeitszahlen; die Subgesundheit werde immer schwerer. Er zitiert Daten von Boss und nennt den damaligen Anteil der Subgesunden in China mit siebzig Prozent und nennt sie den großen Feind der heutigen Gesundheit.
Beim Unterricht und beim Fernsehen fragen Schüler und Regisseure oft gleich: Kann man diese Übung an einem Tag lernen? Ich habe diese oder jene Krankheit — kann die Übung sie heilen? Gibt es einen Handgriff gegen Nacken-Schulter-Schmerz? Viele mögen das Kurze, Flache, Rasche; sie sehen nur, ob man nach dem Üben sogleich etwas spürt, nicht den Prozess; sie mögen nur fertige Übungssätze und vernachlässigen das Fundament; sie achten nur auf äußere Bewegung und lassen die innere Übung fehlen. Das hängt mit dem schnellen Rhythmus des modernen Lebens und dem Eindringen der westlichen «Schnellimbisskultur» zusammen. Wer eilig Erfolg sucht, erntet oft wenig.
Die Hauptaufgabe der überlieferten Pflege des Lebens ist, durch langes Genießen des Übungsprozesses Leib und Geist zu ordnen, dazu Pflegewissen zu lernen, eine Haltung der Pflege zu bilden und eine vernünftigere Lebensweise zu üben, damit Krankheit verhütet wird, ehe sie ausbricht. Das braucht Klarheit, Stille und ein festes Herz, dann im Innern Leib, Herz und Geist als eines zu erfahren.
Viele konkrete Fragen — ob die Hand hierher schwingen soll, wie der Atem zur Bewegung passt, wie man beim Heben der Fersen fest steht — kommen nach Hu Xiaofei zu über achtzig Prozent aus unfestem Fundament und nicht beherrschter Methode. Das alte Wort sagt: «Ohne den gesammelten kleinen Schritt kommt man nicht tausend Meilen weit; ohne den gesammelten kleinen Bach wird kein Fluss und Meer.» Ist das Fundament schwach, bebt die Erde. Steht die Form nicht, sind die Bewegungen nicht abgestimmt, füllt das Gefühl von qi nicht, hat der Atem kein Maß und die Absicht keine Einheit, so ist schwer, was Laozis Daodejing «Leib und Seele umarmen als eines, das qi sammeln und zur Sanftheit führen, den dunklen Spiegel reinigen» nennt, und schwer, die im Original genannten Wirkungen des Vertreibens von Krankheit und Stärkens des Leibes zu erlangen.
Deshalb haben Hu Xiaofei und sein Lehrer Zhang Guangde, der Schöpfer des Daoyin Yangsheng Gong, gemeinsam Yangsheng Zhuji Gong zusammengestellt.
Was heißt Grundlage bauen
«Grundlage bauen» kommt aus der inneren Alchemie des Daoismus und meint Vorbereitung und Fundament der inneren Übung. Zu Beginn der inneren Übung muss man zuerst den Leib heilen und die drei Schätze Essenz, qi und Geist ergänzen, bis sie voll sind — wie beim Hausbau zuerst das Fundament. Die chinesische Medizin nennt auch die Phase des Fundaments in der Qigong-Übung so: durch Regulieren des Geistes (Herz sammeln, Gedanken stillen, nach innen schauen, die Öffnung halten), Regulieren des qi (äußeren und inneren Atem ordnen, die acht außerordentlichen Meridiane durchgängig machen) und Regulieren der Essenz (Essenz bewahren und ergänzen) allmählich anhäufen, bis Essenz voll, qi ausreichend und Geist stark sind. Erst wenn das Fundament fest ist, spricht man vom Verwandeln von Essenz in qi, von qi in Geist und vom Rückkehren des Geistes in die Leere.
Diese Pfahlübung schöpft aus der inneren Alchemie und den Mitteln der chinesischen Medizin; der Zweck ist Fundament und Kraft, nicht das unrealistische Wunder von geöffnetem Himmelsauge und außergewöhnlichen Fähigkeiten. Beide Professoren haben auf Jahrzehnten der Übung aufgebaut, Vorzüge aus Medizinische stillstehende Übung, Stilles Sitzen zur Pflege des Weges und Unsterblichkeit, Geist beruhigen, Absicht üben, Herz regulieren, Blut nähren, qi ergänzen, Leben verlängern und anderen Übungen aufgenommen und nach wiederholter Praxis zusammengestellt.
Sie gründet auf mittiger, ruhiger Haltung und sanften, runden, gleichmäßigen Bewegungen, nimmt den ruhigen, gleichmäßigen, feinen, langsamen Atem als Antrieb und das fortwährend vorhandene Halten der Absicht als Kern, und sucht Absicht, qi und Form als eines. Zu pflegen sind drei Dinge:
- Eine vernünftige, gelöste, natürliche Form und abgestimmte, runde, sanfte Bewegungen gestalten; die feste Form von Oben und Unten, die einander folgen, und Innen und Außen, die sich vereinen.
- Den natürlichen, fließenden, ruhig-gleichmäßig-fein-langsamen Atem beherrschen, die Fähigkeit, den Atemrhythmus zu ordnen, heben und den Gebrauch des Bewusstseins lernen.
- Die Stimmung «still wie eine Herbstmondnacht, bewegt wie Weide im Wind» bilden, das Gefühl von qi stärken, Kenntnis und Empfindlichkeit für qi mehren und das Fundament für weitere Pflegeübungen und Taiji legen.
Für Anfänger ist sie auch die Pfahlübung der Bauchatmung.
Auf der Grundlage der alten Sammlung des Herzens, des Stillens der Gedanken, des inneren Schauens, des Haltens der Öffnung, des Aus- und Einatmens, des Großen Umlaufs, des Bewahrens und Ergänzens der Essenz ordnet die Übung Glieder wie: das Erworbene ordnen, das Angeborene ergänzen, qi ziehen und öffnen, das Yang des Himmels weit sammeln, qi durch Baihui (Anmerkung der Übersetzung: ein Punkt am Scheitel) führen, das Yin der Erde weit aufnehmen, qi in den Dantian zurückkehren, Absicht entlang Ren und Du — damit alte Pfahlübungen nicht unklar im Ziel, eintönig in der Form und trocken im Inhalt bleiben und man nicht leicht an Erscheinungen hängt und vom Weg abkommt.
qi ziehen, sammeln, speichern und führen, dazu Geist sammeln und Atem regulieren, sollen im Üben eine mittige, ruhige Haltung, eine abgestimmte Bewegungsform von Oben und Unten, ein gelöstes, erfülltes Gefühl von qi und eine Stimmung wie Frühlingswind bilden. Die im Original genannten Wirkungen: den Kopf reinigen, den Geist lösen, das vegetative Nervensystem ordnen, qi und Blut durchgängig machen, die Mitte stärken und das Yuan ergänzen. Wichtiger noch: langfristig die Grundlage bauen und das Fundament der drei Regulierungen von Absicht, qi und Form festigen.
Oberflächlich spricht man von qi, tatsächlich übt man die Absicht. Der Chan-Buddhismus hat den Satz: «Bodhidharma kam aus dem Westen ohne ein einziges Schriftzeichen; alles beruht auf dem Herzen und dem Geist beim Üben.» Die chinesische Medizin sagt zudem: Wo die Absicht hinkommt, kommt das qi hin. Kommt die Absicht zum fernsten Ende, kommt das qi dorthin.
Wie die acht Glieder sich verbinden
Das Folgende ist Hu Xiaofeis Gedanke beim Zusammenstellen der Übung: Herz beruhigen, Organe pflegen, qi sammeln, speichern, führen. Man kann das Bewusstsein dem Lauf des qi durch den Leib folgen lassen. Dieses Sammeln, Einholen, Speichern, Führen und Nähren sind nur Mittel, nicht Zweck.
Vorbereitungsform: Öffnen und drei Regulierungen

Zuerst die Stimmung eben machen und den Kopf zur Ruhe bringen.
Die buddhistischen Schriften sagen: Wer selbst erwacht, andere erwachen lässt und das Erwachen vollendet, heißt Buddha. Deshalb nimmt die Vorbereitungsform die Haltung der Buddha-Verbeugung und zielt geradewegs auf die Einheit der drei Regulierungen: Form, Atem und Geist regulieren und den Menschen in den Zustand des Reinigens des dunklen Spiegels, der stillen Leere und großer Ehrfurcht führen.
Das Dao Yan Qianjin sagt: «Bleibt das Herz unter dem Nabel, heißt das den Geist sammeln; kehrt das qi unter den Nabel zurück, heißt das den Atem regulieren. Hängen Geist und Atem aneinander und wahrt man ihre klare, stille Natürlichkeit, heißt das nicht vergessen; folgt man ihrer klaren, reinen Natürlichkeit, heißt das nicht nachhelfen.» Diese Form sucht mit der Absicht im Dantian, der Bauchatmung und dem aufrechten Körper die Einheit der Absicht, den tiefen, langen Atem und den leichten Körper wie eine Schwalbe.
Erste Form: Das Erworbene ordnen
Sind Leib und Geist gelöst, ordnet man mit Absicht, qi und Form die inneren Organe. Die erste Form hält die Absicht im Dantian und ordnet Milz und Magen.
Das alte Wort sagt: «Hält man den Dantian warm und weich, ist das die erste Übung der wahren Pflege.» Der Dantian ist der Ort des wahren qi. Ist der Dantian warm, können Organe und alle Glieder befeuchtet werden und Wurzel von Leben und Natur, Quelle der Lebenskraft, Treffpunkt von Yin und Yang, Tor des Atems und Ort der Begegnung von Wasser und Feuer sich bessern. Diese Form wird dargestellt als Ergänzen der angeborenen Niere und als Ordnen der erworbenen Milz und des Magens, besonders als Hilfe beim Aufnehmen der erworbenen Nahrung und beim Nähren der fünf Organe und sechs Eingeweide.
Zweite Form: Das Angeborene ergänzen
Durch Wärmen des Mingmen (Anmerkung der Übersetzung: ein Punkt im unteren Rücken, unter dem zweiten Lendenwirbel) und Durchgängigkeit des Du Mai das Angeborene ergänzen.
Der Mensch braucht zuerst einen Leib, der Ergänzung annehmen kann, ehe er nährt. Ist der Leib sehr leer und isst man dann heftig Ginseng und Hirschgeweih, steigt leeres Feuer auf und das Yang-qi entweicht nach innen. Beim Sammeln von qi gilt dasselbe: Sind Leib und Geist innen und außen noch nicht geordnet, kann und darf man nicht sogleich große Mengen der Essenz von Himmel und Erde sammeln, um das innere qi zu ergänzen. Deshalb stellt die Grundlagenübung zuerst das Ergänzen des Nieren-qi und das Ordnen von Milz und Magen voran, greift die beiden Wurzeln des Angeborenen und Erworbenen, ordnet qi und Blut der Organe und geht dann zum Sammeln, Einholen, Speichern und Führen über.
Dritte Form: qi zu Laogong (Anmerkung der Übersetzung: ein Punkt in der Mitte der Handfläche) führen

Sind die fünf Organe geordnet, beginnt das Sammeln von qi — zuerst das Yang des Himmels. Laogong ist der offenste und für Yang-qi empfänglichste Punkt des Menschen. Vor dem Sammeln muss Laogong erregt und empfindlich werden, wie einen Vorhang öffnen. Beide Handflächen öffnen und schließen und qi ziehen, Absicht auf Laogong, bis dort Säure, Schwellung, Taubheit und Wärme erscheinen.
Vierte Form: Das Yang des Himmels weit sammeln

Ist Laogong empfindlich, drehen beide Arme nach außen, heben sich seitlich vorn und sammeln das qi des Himmels-Yang. Absicht auf Laogong, Himmels-Yang sammeln; das Original nennt dieser Form die Wirkung, die Mitte zu stärken und das Yuan zu ergänzen. Die Haut ist ein Hilfsorgan der Atmung; die vorige Form hat Laogong geöffnet, diese nutzt ihn zum Sammeln.
Fünfte Form: qi durch Baihui führen
Ist Himmels-Yang gesammelt, verlangt das Gleichgewicht von Yin und Yang auch das Sammeln des Erd-Yin, damit Yin eben und Yang geborgen seien. Vor dem weiten Aufnehmen des Erd-Yin zuerst im Ding-Stand und dem Hochstellen der Füße Yongquan (Anmerkung der Übersetzung: ein Punkt auf der Fußsohle) reizen und erregen. Zugleich heben beide Laogong über den Scheitel, führen Himmels-Yang in Baihui und über den Ren Mai zurück in den Dantian, wo es sich mit dem Erd-Yin mischt.
Sechste Form: Das Yin der Erde weit aufnehmen
Ist Yongquan erregt, hält man mit der niederdrückenden Pfahlhaltung die Absicht auf Yongquan. Beide Handflächen stützen nach oben und drücken nach unten und nehmen das qi des Erd-Yin weit auf.
Siebte Form: qi kehrt in den Dantian zurück
Die gesammelte Essenz von Himmel und Erde darf nicht im Leib umherlaufen. Der Dantian ist der Wohnsitz des wahren Yuan-qi, Wurzel von Leben und Natur, Quelle der Lebenskraft, Treffpunkt von Yin und Yang, Tor des Atems und Ort der Begegnung von Wasser und Feuer. Ist das qi des Dantian voll, kann man die Mitte stärken und das Yuan ergänzen und es dann in den ganzen Leib leiten, um alle Glieder zu nähren.
Diese Form holt durch Einholen, Führen und Nähren von qi die Essenz von Himmel und Erde und qi und Blut des ganzen Leibes in den Dantian und speichert das wahre Yuan.
Achte Form: Absicht entlang Ren und Du

Die chinesische Medizin hält: Stockendes qi und stockendes Blut sind die Wurzel aller Krankheiten; qi darf sich nicht stauen. Die letzte Form führt mit dem Bewusstsein das qi des Dantian und leitet es in den ganzen Leib.
«Der Ren Mai führt die sechs Yin-Meridiane, der Du Mai führt die sechs Yang-Meridiane.» «Sind Ren und Du durchgängig, sind alle Meridiane durchgängig.» qi und Blut über Ren und Du zu senden, hält das Original für den bequemsten Weg. Will man Absicht entlang Ren und Du und alle Meridiane durchgängig machen, muss man zuerst die Wurzeln des Erworbenen und Angeborenen greifen, dann Himmels-Yang und Erd-Yin sammeln, in den Dantian speichern und qi und Blut füllen.
Man stelle sich vor: Im Dantian entsteht ein warmer Strom, geht abwärts zur Huiyin, über die drei Pässe Weilu, Jiaji und Yuzhen nach Baihui, dann über die Elsternbrücke — Zunge am Gaumen — zurück in den Dantian. So noch zwei Umläufe.
Das Original sagt, so könne man Meridiane durchgängig machen, Yin und Yang ordnen, Organe stärken, den Geist regulieren und weiter Anlagen entfalten, den Leib stärken und Krankheit vorbeugen.
Nach dem Üben
Nachdem Absicht entlang Ren und Du qi und Blut in Umlauf gebracht hat, soll Speichel entstehen und tief in den Dantian geführt werden. Die chinesische Medizin hält: «Ist rechtes qi innen, kann Böses nicht angreifen.» Das Original zitiert chinesische und ausländische Forschung und sagt, Speichel enthalte viele Stoffe, die das qi des Menschen am stärksten heben; den vermehrten Speichel in den Dantian zu führen werde dargestellt als Stärken des mittleren qi, Ergänzen des Yuan-qi und Nähren des rechten qi.
Zuletzt die Hände reiben und das Gesicht baden, das Antlitz wärmen und öffnen und das schöne Gefühl nach dem Üben bewahren.
Geübt wird die Absicht

Ob man Himmels-Yang und Erd-Yin sammeln könne und wie viel qi man einholen und speichern könne, sagt Hu Xiaofei offen, wisse er nicht — und das sei auch nicht das Ziel der Grundlagenübung. Diese Kette von Übungen will: im Geist stille Leere, im Atem ruhig-gleichmäßig-fein-langsam, in der Form mittig und ruhig, in der Bewegung abgestimmt und natürlich, im Gefühl von qi voll und erfüllt — und so das Fundament der überlieferten Pflege des Lebens festigen.
Sie dient der Stufe «Form und Seele umarmen als eines, Geist innen halten, den dunklen Spiegel reinigen». Das Original meint zugleich, sie könne das Zentralnervensystem ordnen, geistige Anspannung senken und zur Vorbeugung und Behandlung von Symptomen der modernen Zivilisationskrankheiten wie Nervenschwäche, Schlaflosigkeit, Bluthochdruck und Verdauungsschwäche dienen.
Die Absicht zu üben ist das Wesentliche. Wo die Absicht hinkommt, kommt das qi; wo das qi hinkommt, fließt das Blut. Die Absicht üben heißt im Kern, qi zu üben.