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Traditionelle chinesische Kultur

Herbst-Tagundnachtgleiche: Lunge nähren, Trockenheit befeuchten

Peng Xiangji schrieb diesen Text zur Herbst-Tagundnachtgleiche. Hu Xiaofei gab ihn heraus.

Dieser Text ist aus bereits veröffentlichten Darlegungen zusammengestellt. Er zitiert alte chinesische Schriften, fremde Worte oder wissenschaftliche Erörterungen und ist als kulturelle Lektüre über die überlieferte Pflege des Lebens gedacht. Aussagen über den Körper und über das, was die Übung vermag, gehören den angeführten Quellen oder dem ursprünglichen Sprecher. Sie sind kein medizinisches Versprechen und kein klinischer Rat der Betreiber dieser Website.

Herausgeber Hu Xiaofei, Text Peng Xiangji.

Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist der sechzehnte der vierundzwanzig Jahresabschnitte. An diesem Tag teilen sich Tag und Nacht gleich, und der Herbst wird ebenso geteilt. Erst mit der Herbst-Tagundnachtgleiche beginnt im Süden der eigentliche Herbst; danach wird jede Nacht kühler als die vorige. Tag und Nacht haben je zwölf Stunden; nirgendwo auf der Erde herrschen Polartag oder Polarnacht.

Die Alten kannten «im Frühling die Sonne opfern, im Herbst den Mond». Die Herbst-Tagundnachtgleiche war einst das überlieferte Mondopferfest; das spätere Mittherbstfest kommt davon.

Die drei Phasen der Herbst-Tagundnachtgleiche

Herbst-Tagundnachtgleiche: Tag und Nacht teilen sich, und jede folgende Nacht ist kühler.
Nach der Tagundnachtgleiche wird die Luft trocken. Die Übung der Zeit gilt der Lunge und der Feuchte.

Die Alten teilten die Herbst-Tagundnachtgleiche in drei Phasen zu je fünf Tagen: «Erste Phase: der Donner beginnt zu verstummen; zweite Phase: die verborgenen Insekten verstreichen den Höhleneingang; dritte Phase: das Wasser beginnt zu versiegen.»

Der Donner beginnt zu verstummen. Die Alten meinten, der Donner erklinge, wenn das Yang-qi stark sei. Nach der Herbst-Tagundnachtgleiche wird das Yin-qi stärker, und es donnert nicht mehr.

Die verborgenen Insekten verstreichen den Höhleneingang. «Verstreichen» meint feine Erde. Es wird kälter; die verborgenen kleinen Insekten ziehen sich in die Höhle zurück und verschließen den Eingang mit feiner Erde, damit die Kälte nicht eindringt.

Das Wasser beginnt zu versiegen. Der Regen lässt nach, die Luft wird trocken, die Feuchtigkeit verdunstet rasch; Seen und Flüsse führen weniger Wasser, Sümpfe und Pfützen trocknen allmählich aus.

Nach den drei Phasen fühlen Menschen mit Yin-Mangel sich leicht unwohl. Zur Herbst-Tagundnachtgleiche gehört die Absicht, Yin zu nähren, damit die Kälte nicht in den Leib eindringt.

Vier Dinge zur Herbst-Tagundnachtgleiche

  1. Um die Herbst-Tagundnachtgleiche liegt die Pflege des Lebens im Gleichgewicht von Yin und Yang. Vorher bleibt noch Sommerhitze, oft warme Trockenheit; danach kommt der Herbstwind in Wellen, die Kühle nimmt zu, oft kühle Trockenheit. Gegen die kühle Trockenheit soll man Daoyin üben. Die Herbstübung liegt in: Lunge nähren, Trockenheit befeuchten.
  2. Nach der Herbst-Tagundnachtgleiche sinkt die Temperatur rasch; man soll Kleidung anlegen und Erkältungen vorbeugen. Peng Xiangji empfiehlt Daoyin zur Herbst-Tagundnachtgleiche: das Drehen der Himmelssäule im Gehen und stehend der göttliche Hirsch streckt den Leib, um die Konstitution zu stärken.
  3. Die Speise soll Yin eben und Yang geborgen halten; scharf und fett meiden, eher klare, befeuchtende und warm befeuchtende Kost wählen, um Yin zu nähren, die Lunge zu befeuchten und Körpersäfte zu erzeugen.
  4. Die Stimmung soll heiter, der Geist ruhig sein; dem herbstlichen Absterben ausweichen, das Shen-qi sammeln und sich dem ebenmäßigen Herbst-qi anpassen.

Sitzübung zur Herbst-Tagundnachtgleiche

Die Sitzübung: im Schneidersitz, Hände über den Ohren, nach links und rechts drehen, dann Zähne schlagen, atmen und den Speichel schlucken.

Aus Wu Zhichao und Hu Xiaofei, Erläuterung der Daoyin-Übung zur Körperpflege.

  • Ablauf: die fünf qi des Yangming.
  • Zeit: Fuß-Yangming-Magen, trockenes Metall.

Mit gekreuzten Beinen sitzen, beide Hände über die Ohren legen, nach links und rechts zur Seite drehen, je drei- bis fünfmal. Dann die Zähne klappern, aus- und einatmen, den Speichel schlucken.

Im Original genannte Indikationen: rheumatische Stockungen, großer Bauch und Ödem, Schwellung und Schmerz von Knie und Kniescheibe, qi-Stoß an Brust und Brustwarze, Schmerz an der Außenseite von Oberschenkel und Unterschenkel, Harnträufeln, Blähung, rasches Verdauen und starkes Trinken, Magenkälte mit Atemenge und Fülle.

Der göttliche Hirsch streckt den Leib

Der göttliche Hirsch streckt sich: mit dem Einatmen drehen und eine Handfläche nach vorn schieben.
Bei der Seitneigung neigt sich der Rumpf in der Frontalebene, und Dabao (Anmerkung der Übersetzung: ein Punkt an der Seite der Brust) drückt nach oben.

Aus Hu Xiaofei, Erwärmung vor der sportlichen Pflege des Lebens. Demonstration Peng Xiangji.

Vorbereitung: beide Hände zur Faust, an der Taille.

  1. Mit dem Einatmen den Körper um neunzig Grad nach links drehen; zugleich die rechte Faust zur Handfläche öffnen und nach links stoßen, Finger nach oben, Blick auf die rechte Handfläche.
  2. Mit dem Ausatmen den Körper gerade drehen, die rechte Handfläche zur Taille zurückholen, die linke Handfläche nach links stoßen, Blick auf die linke Handfläche.
  3. Mit dem Einatmen den linken Fuß öffnen, die linke Hand in die Hüfte stemmen, die rechte Hand nach links oben bohrend und drehend ausstrecken. Schwerpunkt auf dem rechten Bein, Blick nach vorn.
  4. Mit dem Ausatmen den Körper zurückdrehen, den linken Fuß schließen, beide Fäuste an der Taille, Blick nach vorn.

Der fünfte bis achte Takt wie der erste bis vierte, Richtung umgekehrt. Jedes Mal zwei Achttakte.

Schwerpunkte:

  1. Beim Stoßen der rechten Handfläche nach links bleibt die linke Faust an der Taille; der linke Ellbogen zieht absichtlich nach rechts. Nach rechts ebenso, Richtung umgekehrt.
  2. Beim seitlichen Neigen und Dehnen neigt sich der Rumpf in der Frontalebene, und der Punkt Dabao wirkt nach oben.
  3. Die Absicht auf das Dehnen und Verlängern des Körpers.

Im Original genannte Wirkung: Beim Stoßen der Handfläche ziehen die Finger zurück, die Handwurzel schiebt vor — das reize den Hand-Taiyin-Lungenmeridian und diene dem Befeuchten der Lunge und dem Vertreiben der Trockenheit. Drehen und Dehnen des Rumpfes fördern die Beweglichkeit und werden als Stärkung von Sehnen und Knochen sowie als Verlängerung des Lebens dargestellt.

Das Drehen der Himmelssäule im Gehen

Aus Zhang Guangde, Übung zum Mehren von qi und Nähren der Lunge.

  1. Beide Beine gehen natürlich vorwärts. Dabei drehen sich die Arme nach innen und öffnen sich nach außen; in Schulterhöhe rollen die Finger nacheinander ein.
  2. Der rechte Fuß folgt, beide Beine leicht gebeugt, der Körper dreht nach links, Blick nach hinten; zugleich massieren und führen beide Hände den Blasenmeridian am Rücken.
  3. Wie die erste Bewegung.
  4. Wie die zweite, der Körper dreht nach rechts.

Die erste bis vierte Bewegung wiederholen, insgesamt acht Mal.

Schwerpunkte: Beim Gehen der Körper mittig und aufrecht, der Schritt natürlich. Das Rollen der Finger im Gehen und das Massieren des Rückens beim Schließen der Füße und Hocken sollen zu einem Atemzug verbinden; obere und untere Glieder abgestimmt.

Im Original genannte Wirkung: Das Rollen der Finger reize die Nervenenden an den Fingerspitzen, verbessere die periphere Mikrozirkulation und werde als Hilfe gegen Alzheimer im mittleren und hohen Alter dargestellt. Beim Gehen anhalten, den Körper drehen und den Rücken massieren lindere die Verspannung der Rückenmuskulatur, beuge der Lendenmuskelzerrung vor, fördere den Blutkreislauf am Rücken, belebe den Geist und beseitige Ermüdung.

Zur Herbst-Tagundnachtgleiche kann man auch das trockene Baden der Yingxiang-Punkte, das Massieren des Bauches entlang des Ren Mai, das Klopfen des Rückens zur Durchgängigkeit des Du Mai und die obigen Bewegungen zusammen als Übung dieses Jahresabschnitts nehmen.

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Herbst-Tagundnachtgleiche: Lunge nähren, Trockenheit befeuchten · Daoyin Professor Hu